Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Wendthagen-Ehlen

Amtliche Vorschriften über Feuerschutz und Brandbekämpfung fanden sich schon in der bekannten Land und Polizeiverordnung des Fürsten Ernst vom Jahre 1615 wieder. Nach dieser Verordnung sollten zur Brandbekämpfung Wasserteiche und Brunnen angelegt werden und Feuerhaken sowie Leitern in den Gemeinden beschafft werden. Wächter sollten bei Ausbruch eines Schadensfeuers Männer und Frauen durch ihr Geschrei an die Brandstelle rufen. An die Stelle des Geschreies trat später das Feuerhorn, das in Ehlen lange Jahre bis vor dem ersten Weltkrieg von Wilhelm Bokeloh geblasen wurde.

Der immer weiter fortschreitenden technischen Entwicklung wurde durch Beschaffung moderner Geräte und Erlaß zeitgemäßer Feuerlöschordnungen Rechnung getragen. So ist das Feuerhorn vor dem zweiten Weltkrieg durch Sirenen mit Heultönen ersetzt worden.

Die Kosten des Löschwesens gingen früher, wie auch heute, zu Lasten der Gemeinden, die sich seit 1870 zu Feuerlöschverbänden zusammenschlossen. So schlossen sich die Gemeinden Wendthagen-Ehlen, Nienstädt-Wackerfeld, Hörkamp-Langenbruch und Krebshagen im Jahre 1881 zu einem Feuerlöschverband zusammen. Durch Beschaffung einer mit Pferde bespannten Handpumpenspritze, die mit den übrigen Geräten im sogenannten "Spritzenhaus am Kreuzwege" gegenüber der Gastwirtschaft Stolte untergebracht war, konnten Brände wirksamer und schneller als mit der "Eimerkette" bekämpft werden. Da Wendthagen relativ viel Bachwasser zur Verfügung steht, bereitete die Löschwasserfrage kaum große Schwierigkeiten.
Langjähriger Lösch- und Spritzenmeister war Schmiedemeister und Postagent Friedrich Krömer. 1937 wurden die Landgemeinden und Gutsbezirke in einem Feuerlöschverband des Kreises zusammengefasst. Die bis dahin bestehenden Feuerlöschverbände wurden aufgehoben. Das Feuerschutzgesetz vom 21.3.1949 schaffte unter Aufhebung aller früherer Bestimmungen neues Recht, insbesondere organisatorischer Art. Der Landkreis als Kreisfeuerwehrverband führt seitdem die Aufsicht über die Feuerwehren und unterstützt Gemeinden u.a. bei der Beschaffung von Feuerlöschgeräten durch Beihilfen. Städte und Gemeinde hatten schon früher Freiwillige Feuerwehren oder Pflichtwehren. Wendthagen gründete 1937 eine uniformierte Feuerwehr, die nach dem Verkauf der alten Feuerlöschspritze mit modernen Löschgeräten ausgerüstet wurde. Am 9. November 1937 hatten sich Männer zusammengefunden, um mit einer Handdruckspitze und Feuerhaken ausgerüstet dem Feuer Gegenwehr zu leisten.
Nach den Kriegswirren wurde die Feuerwehr mit einer motorbetriebenen Pumpe TS8/8 ausgerüstet, die auf einem vom Traktor gezogenen Anhänger im "Spritzenhaus am Kreuzweg" gegenüber dem heutigen griechischen Lokal stationiert war. 1954 fingen einige Junge Leute an den 1. Feuerwehrwagen der Wehr zu bauen. Er wurde auf einem Fahrgestell von "OPEL Blitz", daß von der Firma Hauß erworben wurde und einem Aufbau der Firma Wente zusammengesetzt, und zu einem TÜV-zugelassenen Feuerwehrwagen zusammengebaut. Dieses Fahrzeug wurde zudem mit einer "Magirus Tragkraftspritze" bestückt. Allerdings wurde es 1964 durch ein neues LF8 der Firma Metz ersetzt.
In den 60er Jahren wurde eine Wettkampfgruppe aufgestellt, die es nach mehreren Unterkreistiteln, 1963 zum Kreismeister (in Steinhude) gebracht hat. Das alte Spritzenhaus wurde allmählich zu klein und so entschloß sich die Gemeinde auf dem Gelände der alten Schuttkuhle ein neues Feuerwehrhaus zu bauen. Die Gemeinde stellte das Material und die Feuerwehrmänner, allen voran der damalige Brandmeister Wilhelm Auhage, erstellten das Feuerwehrhaus größtenteils in Eigenleistung, das am 30.06.1972 eingeweiht wurde.
1974 wurde unter der Leitung von Wilfried Langemeier eine Jugendfeuerwehr gegründet. Im gleichen Jahr wurde die Gemeinde Wendthagen nach Stadthagen eingemeindet und somit wurde die Wehr Wendthagen-Ehlen eine Ortsfeuerwehr der Stadtfeuerwehr Stadthagen. Die unproblematische Integration war sicherlich ein Verdienst des damaligen Stadtbrandmeisters Karl Bredemeier.
Im Jahre 1982 erhielt die Wehr ein geländegängiges Tanklöschfahrzeug TLF8/18 und wurde Stützpunktfeuerwehr. Am 26.4.1984 wurde das bisherige LF8 durch ein LF8 schwer ersetzt. Der Fahrzeugpark wurde bereits 1976 durch ein in Eigenleistung zu Feuerwehrzwecken umgerüsteten Bulli erweitert. Dieser wurde 1992 durch einen T3 ersetzt. 1999 wurde dieser widerrum durch einen gebrauchten T4 ersetzt.

Im Jahre 1993/94 wurde, dank Rat und Verwaltung der Stadt Stadthagen und vieler fleißiger Helfer die mit Eigenleistung ermöglichten, das Feuerwehrhaus um eine Halle und einen neuen Sanitärbereich erweitert. Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde der bisherige Aufenthalts- und Unterrichtsraum langsam zu klein, so dass bei der Feuerwehr der Wunsch aufkam das Gerätehaus zu erweitern. Dabei sollten die Spinde der Kameraden aus der Fahrzeughalle in einen Umkleideraum wandern.

Im Sommer 2006 wurde, wiederum auf Initiative des Ortsbrandmeisters Wilfried Langemeier, eine Kinderfeuerwehr gegründet, um auch den jüngeren Kindern einen Einblick in die Tätigkeiten der Feuerwehr zu geben und mit Spiel und Spaß eine schöne Freizeitgestaltung zu bieten.

Dank der Fürsprache vieler lokaler Politiker und der Unterstützung von Rat und Verwaltung der Stadt Stadthagen konnte Mitte 2007 schließlich mit den Umbauarbeiten zur Erweiterung des Gerätehauses begonnen werden. Ein Aufenthalts- und Schulungsraum wurde angebaut. Lediglich der Rohbau und der Dachstuhl wurden von örtlichen Unternehmen errichtet, die "restlichen" Arbeiten wurden von den Kameraden in Eigenleistung fertiggestellt. Der bisherige Aufenthaltsraum dient jetzt als Umkleide. Außerdem wurde ein kleiner Bereich abgetrennt der jetzt als Büro für den Ortsbrandmeister und den Jugendwart genutzt wird.

Im Mai 2012 konnte das, langsam in die jahre gekommene, LF8S durch ein modernes LF10 ersetzt werden. Dieses Fahrzeug verfügt, neben der Ausrüstung des alten LF, über einen 1000l fassenden Löschwasssertank und rückt seither als erstes Fahrzeug zu den meißten der Einsätze aus.

Auch das TLF8/18 hatte kurze Zeit später sein Dienstzeitende erreicht und sollte gegen ein neues Tanklöschfahrzeug ersetzt werden. Trotz dessen der Unimog vielen Kameraden ans Herz gewachsen ist, war die Freude über das neue Tanklöschfahrzeug TLF2000 im November 2014 doch groß. Obwohl der neue Unimog über weniger Platz verfügt als der alte U1300L bietet er, dank größerer Pumpenleistung und fest eingebautem Wasserwerfer, neue Möglichkeiten bei der Brandbekämpfung.

Es ist sicherlich auch selten, dass eine Wehr in den 70 Jahren mit fünf Wehrführern auskam! Die Wehrführer seit der Gründung waren von 1937 bis 1945 August Meier. Von 1945 bis 1960 war Karl Meier, Gemeindebrandmeister der Wehr Wendthagen-Ehlen. Von 1960 bis 1982 stand Wilhelm Auhage der Wehr vor. Mit 30 Jahren im Amt war Wilfried Langemeier von 1982 bis 2012 Ortsbrandmeister mit der längsten Amtszeit. 2012 hat Martin Buhr das Amt des Ortsbrandmeisters von Wilfried übernommen.